Mehr Wissen über das Wasser

ist das Ziel von Untersuchungen, die der NLWKN Aurich und der Landkreis Aurich 2012 durchführen.

Die Wasserqualität im Großen Meer wird stark durch ihre Zu- und Abflüsse beeinflusst. Vor allem über die Wiegboldsburer Riede und auch über die Westerender Ehe werden Nährstoffe wie Phosphor- und Stickstoffverbindungen in den See eingetragen. Über Heikeschloot, Marscher Tief und Knockster Tief fließt das Wasser in der Regel aus dem Großen Meer ab und trägt Nährstoffe wieder aus. Allerdings haben die ostfriesischen Gewässer oft nur eine geringe Strömungsgeschwindigkeit und manchmal kehrt sich die Richtung der Strömung auch um.

In der Wiegboldsburer Riede wird im Rahmen der Gewässerüberwachung Niedersachsen (GÜN) seit vielen Jahren einmal im Monat an der Brücke in der Wochenend- und Ferienhaussiedlung eine Probe zur Untersuchung der Wasserqualität genommen (Messstelle Nr. 1 in der Karte). An weitere Messstellen rund um das Große Meer werden regelmäßig einmal im Quartal Proben genommen (Nr. 2 - 7). Außerdem werden auch im Großen Meer Proben genommen. Untersucht wird unter anderem, wie viel Phosphate und Stickstoff-Verbindungen im Wasser enthalten sind.

zum LGLN

Aber der Gehalt dieser Nährstoffe in den Gewässern schwankt stark. Er wird von vielen Faktoren beeinflusst, zum Beispiel von der Jahreszeit und Temperatur, von den Niederschlägen, von der Aktivität der Organismen im Gewässer und von den Nutzungen im Gewässereinzugsgebiet.

Im Großen Meer ist vor allem die ganzjährig hohe Phosphatkonzentration problematisch. Auswertungen der bisherigen Messungen haben gezeigt, dass in der Wiegboldsburer Riede die Phosphatwerte meist dann besonders hoch sind, wenn es zwei Tage vorher stark geregnet hat. Von der Riede gelangt das nährstoffreiche Wasser in das Große Meer. Will man das verhindern, dann muss man nach Möglichkeit die Stauanlagen vorher schließen, damit das phosphatreiche Wasser über die randlichen Kanäle am Meer vorbei Richtung Knock fließt.

Um also die Stauanlagen so steuern zu können, dass möglichst wenig Phosphate ins Große Meer gelangen, muss man möglichst viel darüber wissen, wann die Nährstoffe wo ankommen.

2012 will es der NLWKN wissen ...

Darum werden

  • an den drei Messstellen Nr. 1, 4 und 8 einmal im Monat (also 12 x) und bei besonderen Ereignissen weitere 12 x Wasserproben genommen,
  • an den fünf Messstellen Nr. 2, 5, 9, 10 und 11 bei besonderen Ereignissen 12 x Wasserproben genommen,
  • an den drei Messstellen Nr. 3, 6 und 7 wie gewohnt einmal im viertel Jahr (also 4 x) Wasserproben genommen

und jeweils im Labor untersucht.

... und der Landkreis Aurich auch

Foto: Ostfriesische Nachrichten

Er wird daher zusätzlich an insgesamt neunzehn Punkten einmal in der Woche mit einfachen Schnelltests den Gehalt von ortho-Phosphat im Wasser bestimmen. Zeigen einzelne Messungen besonders hohe Werte, werden die entsprechenden Proben vom NLWKN genauer untersucht.

  • Sieben Messpunkte sind identisch mit denen des NLWKN (Nr. 2, 4, 6 und 8 bis 11).
  • Weitere elf Messstellen liegen verteilt im Einzugsgebiet östlich des Großen Meeres (Nr. 13 bis 19 sowie vier Punkte außerhalb der Karte).
  • Und eine Messstellet (Nr. 12) liegt in einem abfließenden Tief, der Süderriede westlich des Großen Meeres.

Zwei der Messpunkte liegen am Rand der Stadt Aurich (außerhalb der Karte) und werden von Schülern der Integrierten Gesamtschule Aurich-West betreut, die übrigen von Teilnehmern des Bundesfreiwilligendienstes und einem Landschaftswart.

Warum wird an so vielen Punkten so oft gemessen?

Die normalen Messungen des NLWKN reichen nicht aus, um zu ermitteln, woher die Phosphatfrachten kommen und über welche Gewässer sie ins Große Meer gelangen. Auch jahreszeitliche und witterungsbedingte Änderungen kann man daraus nur eingeschränkt ablesen. Die zusätzlichen Messungen 2012 werden helfen, die Belastungsschwerpunkte zu ermitteln. Weiß man, woher und auf welchen Wegen die Nährstoffe zum Großen Meer gelangen, kann man gezielt Maßnahmen zur Verringerung der Einträge entwickeln. Man kann dann beispielsweise an geeigneten Stellen Schilfpolder anlegen und diese wie eine natürliche Kläranlage zur Reinigung besonders belasteter Gewässer nutzen. Auf diese Weise wird es möglich, die Wasserqualität sowohl in den Tiefs wie auch im Großen Meer zu verbessern.

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