Abtrennung des Marscher Tiefs

Das Marscher Tief, dass im südlichen Abschnitt auch Hannewarktief genannt wird, verläuft westlich des Großen Meeres. Gegenwärtig hat es sowohl Verbindung zur Süderriede als auch zum mittleren Bereich des Großen Meeres. Geplant ist, das Marscher Tief in diesem Bereich vollständig vom Großen Meer abzutrennen. Diese Maßnahme soll in der zweiten Jahreshälfte 2012 realisiert werden.

Die ursprüngliche Planung sah vor, das Marscher Tief beiderseits der Süderriede nach Westen zu verlegen und die Verbindungen zum Großen Meer zu verschließen. Ziel dieser Planung war es,

  • die Röhrichte westlich des Marscher Tiefs beiderseits der Süderriede in die Zone der zeitweisen Vernässung durch Rückhaltung winterlicher Hochwasser einzubeziehen und
  • den Bootsverkehr aus dem als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Südteil des Großen Meeres herauszuhalten.

Im Verlauf des wasserrechtlichen Bewilligungsverfahrens für die Nutzung der Stauanlagen wurde jedoch deutlich, dass sich im Bereich der Röhrichte nördlich der Süderriede eine ganz besondere Entwicklung abzeichnet:

Die Röhrichte werden hier von der Süderriede, dem Marscher Tief und einem Entwässerungsgraben umschlossen. Durch den Aushub aus dem Bau und der Unterhaltung dieser Gewässer ist rund um das Röhricht eine Art "Ringverwallung" entstanden, die den Zustrom von nährstoffreichem Oberflächenwasser von umliegenden Flächen verhindert. Der abgekoppelte Bereich wird nur noch durch nährstoffärmeres Regenwasser gespeist, daher beginnt sich hier ein Hochmoor zu entwickeln. Erste Pflanzenarten (wie die Moosbeere), die darauf hindeuten, das tatsächlich ein Übergang vom Niedermoor zur Hochmoorentwicklung begonnen hat, wurden 2008 nachgewiesen.

Daher wurde die Planung geändert. Der Verlauf des Marscher Tiefs wird unverändert beibehalten. Die Abtrennung des Marscher Tiefs vom Großen Meer wird durch eine Ergänzung der Verwallung entlang des Tiefs erreicht. Dabei werden alle bestehenden Verbindungen zum Großen Meer durch Erddämme verschlossen, die auf der Seite des Marscher Tiefs jeweils durch eine Pfahlreihe gesichert werden. Der Boden dafür wird aus der vorhandenen Verwallung entlang des Marscher Tiefs gewonnen. Die ist durch die Unterhaltungsbaggerungen für den Kanal inzwischen deutlich höher, als die erforderliche Mindesthöhe von NN -0,7 m und wird auch in Zukunft durch Entschlammungsmaßnahmen wieder wachsen.

zum LGN

Bei dieser Planung muss wesentlich weniger Boden bewegt werden und trotzdem wird verhindert, dass Bootsfahrer - entgegen den geltenden Bestimmungen - vom Marscher Tief auf den Südteil des Großen Meeres fahren. Jedoch verläuft ein Abschnitt des Marscher Tiefs nach wie vor durch das Naturschutzgebiet.

Eine Vernässung der Flächen südlich der Süderriede und damit eine Revitalisierung der dortigen Röhrichte sowie die Nutzung ihrer Gewässerreinigungskapazität lässt sich auf diese Weise allerdings nicht erreichen. Daher ist geplant, Wasser aus dem Marscher Tief in die Röhrichte südlich der Süderriede zu pumpen (etwa mit einer so genannten Fluttermühle) und es langsam durch die Röhrichte zurück in das Tief abfließen zu lassen. Mit dieser Maßnahme würde eine ganzjährige Vernässung und Nutzung der Selbstreinigungsleistung ebenso erreicht wie eine Verbesserung der Lebensraumfunktion. Diese Planung soll im Rahmen des Life Projektes "Wiesenvögel" des Landes Niedersachsen konkretisiert und umgesetzt werden.

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