Errichtung von vier Stauanlagen

Ziel des neuen Wassermanagements ist es, natürliche winterliche Hochwasserstände vorübergehend im Großen Meer zurückzuhalten, während gleichzeitig die umliegenden Flächen wie bisher entwässert werden. Voraussetzung dafür ist die Möglichkeit, die Wasserstände im Großen Meer von denen seiner Zu- und Abflüsse und von denen der umliegenden Flächen zu trennen. Dies wird durch den Bau von vier gleichartigen Stauanlagen erreicht:

Im Bereich der Süderriede wird durch die hier geplante vollständige Abtrennung des Marscher Tiefs vom Großen Meer keine Stauanlage erforderlich.

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der Standort von Stauanlage Nr. 1. Sie sollte ursprünglich in der vorhandenen Verbindung zwischen Großem Meer und Marscher Tief errichtet werden. Aber die inzwischen realisierte Variante bietet im Vergleich dazu gleich mehrere Vorteile:

  • Der neue Standort machte es möglich, die Stauanlage auf trockenem Land zu bauen, auf eine Baugrubenspundwand und Wasserhaltungsmaßnahmen zu verzichten, was nicht zuletzt auch eine Kostenminderung zur Folge hatte.
  • Die bestehende Gewässerverbindung blieb während der Bauphase offen und wurde erst nach Fertigstellung der Stauanlage und der neuen Verbindung verfüllt. Auf diese Weise wurden die Sportbootfahrer durch den Bau nicht behindert.
  • Die Verlegung des Stauanlagen-Standortes ermöglichte und erforderte auch eine Veränderung der Püntenquerung für den 3-Meere-Weg. Die Anlegestellen wurden verlegt, die per Pünte zu überwindende Strecke wurde dabei erheblich verkürzt (von fast 75 m auf etwa 25 m). Dadurch wurde die Funktionsfähigkeit der Selbstkurbelfähre verbessert, die Querungs- und die Wartezeiten wurden verkürzt.
  • Bisher kamen an der Nordwestecke des Großen Meeres die Sportbootfahrer von Großem Meer, Wiegboldsburer Riede und Marscher Tief zusammen und trafen zusätzlich auf die viel genutzte Pünte. Dieser Verkehrsknotenpunkt wurde durch die nunmehr realisierte Planung erheblich entzerrt und die Verkehrssicherheit auf den Gewässern deutlich verbessert.

Stauanlagen

Errichtet wurden bzw. werden Stahlbetonbauwerke, die für ein maximales Rückhalteziel von NN - 1,10 m ausgelegt sind. Die Sohltiefe der Anlagen orientiert sich an der vorhandenen Gewässersohle und beträgt NN -2,50 m bzw. für Nr. 1 NN -2,70 m. Die Gründung der Stauanlagen erfolgt durch die Umfassungsspundbohlen der Baugrube und durch drei Stahlpfähle im mittleren Bereich. Eine Umläufigkeit des gestauten Wassers wird durch Flügelwände verhindert, die seitlich mit Boden angefüllt und begrünt wurden bzw. werden. Die Sohlen- und Böschungssicherung erfolgt durch Wasserbausteine, die auf den ersten Metern vermörtelt wurden bzw. werden.

Im abgesenkten Zustand liegen die Stauklappen flach auf der Bauwerkssohle auf dem Niveau der Gewässersohle, so dass die Stauanlagen voll schiffbar und für Gewässerorganismen durchgängig sind. Sie werden mittels einer Zahnstange und eines Motors bewegt, der aus Hochwasserschutzgründen über NN -0,70 m liegt. Zusätzlich gibt es einen (gegen unbefugte Nutzung gesicherten) Handbetätigungsmechanismus.

Wird nach einem Stauvorgang die Stauklappe etwas abgelassen, entsteht an der Unterklappe ein schmaler Spalt, durch den das gestaute Wasser strömt und abgelagerten Schlamm fortspült. Wird die Stauklappe dann weiter abgelassen, wird der Schlamm durch die entstehenden Turbulenzen weiter fortgespült. Durch diese Bauart wird sichergestellt, dass sich beim vollen Absenken der Klappe hinter dem Scharnier kein Schlamm mehr befindet, der ein vollständiges Absenken verhindern könnte. Sollte wider Erwarten doch noch Schlamm hinter der Klappe anstehen, wird dieser beim Ablassen der Klappe vom Scharnier aus in eine Vertiefung der Sohle gedrückt.

Die Stauanlagen sind soweit wie möglich an das Geländeniveau angepasst, damit keine Störung des Landschaftsbildes entsteht. Nur die Steganlagen und der Elektromotor erheben sich über das angrenzende Gelände, bei geschlossener Stauklappe auch die Zahnstange. Aus der Nähe sichtbar sind außerdem Teile der Stahlbetonwände und die Holme der Flügelspundwände.

Die beiden nördlichen Stauanlagen (Nr. 1 und 2) werden an den Seiten mit Halteleinen ausgerüstet, die Wassersportlern die Querung des Bauwerkes erleichtern sollen. Stauanlage 1 wurde außerdem mit Wartedalben versehen. Zur Stauanlage am Heikeschloot (Nr. 3) gehört auch eine Slipanlage, die dem Berufsfischer (der auch diesen Teil des Großen Meeres nutzen darf) im Staufall einen direkten Zugang zum Südteil des Großen Meeres gewährt.

Zuwegungen zu den Stauanlagen

Die Stauanlagen haben bzw. erhalten jeweils geschotterte Zuwegungen, die gewährleisten, dass Kontroll- und Wartungsfahrzeuge jederzeit zu den Anlagen gelangen können. Ihre Nutzung ist darüber hinaus nur für Berechtigte, wie beispielsweise den Berufsfischer oder die Reithschneider, zulässig. Sie sind daher durch Schranken bzw. Tore gesperrt. Eine Ausnahme ist der Weg auf dem Leitdamm, er ist sowohl Zuwegung zur Stauanlage wie auch Bestandteil des 3-Meere-Weges.

Weg auf dem Leitdamm

  • Die Zuwegung zur nördlichsten Stauanlage Nr. 1 erfolgt über den neuen Parkplatz und weiter über den Leitdamm zwischen der Riede und dem nördlichen Rand des Großen Meeres. Für diese Stauanlage wurde eine neue Verbindung zwischen dem Großen Meer und dem Marscher Tief geschaffen, daher konnte die alte Verbindung nach Fertigstellung der Stauanlage verschlossen und der Leitdamm bis an die Insel zwischen Meer und Marscher Tief verlängert werden. Weil der Leitdamm gleichzeitig die randliche Hochwasserverwallung bildet, wird er 2012 noch zusätzlich verstärkt.
  • Die Zufahrt zur Stauanlage Nr. 2 (die 2012 gebaut wird) verläuft südlich parallel zur Nörderriede, auf dem als Damm aufgesetzten Kanalaushub. Sie wurde um die südlich der Nörderriede am Marsch Weg stehenden Häuser herumgeführt und endet am Marscher Tief, das dann mit dem Boot gequert werden muss.
  • Die Zuwegung zur Stauanlage im Heikeschloot (Nr. 3) zweigt unmittelbar nördlich der Brücke über den Schloot vom Dreeskeweg ab und verläuft nördlich parallel zum Heikeschloot bis hinter die Stauanlage. Am Ende dieser Zufahrt liegt die Slipanlage für den Berufsfischer.
  • Die Stauanlage Nr. 4 im alten Kanalbett der Westerender Ehe wurde vom Woldenweg aus erschlossen, durch eine Zuwegung nördlich parallel zum Gewässer. Die Kabel für die Energieversorgung und die Steuerung der Anlagen wurden meist parallel zu den Zuwegungen als Erdkabel verlegt. Dort wo dazu Gewässer gequert werden mussten, wurden diese unterdükert.

Die Kabel für die Energieversorgung und die Steuerung der Anlagen werden parallel zu den Zuwegungen als Erdkabel verlegt. Dort wo dazu Gewässer gequert werden müssen, werden diese unterdükert.

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