Reithnutzung

Reithnutzung hat an den Gewässern der Region Tradition. Der Schilfschnitt findet aber heute fast nur noch am Großen Meer statt und erfolgt im Winter zumeist über gefrorenem Boden. Da wo die Röhrichte sehr trocken sind, kann der Schnitt aber auch in frostfreien Wintern erfolgen. Die traditionelle Mahd von Hand wurde überwiegend abgelöst von Einachsmähern oder größeren Raupenfahrzeugen, die allerdings viel Streu auf den Flächen zurücklassen.

Da die Schilfröhrichte nach § 28 NNatG geschützte Biotope sind und sich außerdem zum Teil im Naturschutzgebiet befinden, ist die Mahd nur mit einer Ausnahmegenehmigung durch die zuständige Naturschutzbehörde möglich. In der Ausnahmegenehmigung werden auch die Bedingungen geregelt, die beim Schilfschnitt einzuhalten sind.

Traditionell wird das getrocknete Schilfrohr zum Decken von Dächern genutzt. Auch heute werden noch bzw. wieder Dächer mit Reith gedeckt. Dabei muss es gewisse Qualitätsanforderungen erfüllen, insbesondere soll es frei von Althalmen, also Schilfhalmen der Vorjahre, sein. Das Reith, das heute in der Region zum Dachdecken genutzt wird, kommt meistens aus anderen Regionen und Ländern, da das heimische Reith oft die entsprechenden Qualitätskriterien nicht erfüllt.

Anforderungen der Reithschneider:

  • gute Wachstumsbedingungen für die Röhrichte, d. h. gute Nährstoff- und Wasserversorgung, damit dichte, kräftige Schilfbestände heranwachsen können,
  • jährlich wiederkehrende Mahd der gleichen Flächen, damit das geerntete Reith frei von Althalmen ist und sich gut für die Dachdeckung vermarkten lässt.

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