Können wir nicht einfach weitermachen wie bisher?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich nur überlegen, wie sich die Region Großes Meer dann entwickelt:


Wasserqualität: Die Nährstoffgehalte werden unverändert hoch bleiben oder sogar noch steigen, insbesondere wenn es zu einer weiteren Intensivierung der Landwirtschaft in der Region kommt und die Einträge in die Gewässer entsprechend zunehmen.
Verlandung: Die Röhrichte werden sich von den Ufern und Inseln her immer mehr ausbreiten, die offene Wasserfläche wird immer kleiner werden und in absehbarer Zeit vollständig zugewachsen sein. Mit der kleiner werdenden Wasserfläche wird die Verlandungsgeschwindigkeit möglicherweise noch zunehmen.
Lebensraum Großes Meer: Der See wird trüb bleiben, die Algen werden weiterhin dominieren, die Unterwasservegetation wird sich nicht wieder ausbreiten, weitere Pflanzen- und Tierarten werden zurückgehen oder ganz verschwinden.Die vorhandenen Röhrichte werden weiterhin landseitig immer trockener werden und verbuschen, allerdings werden wasserseitig neue vitale Röhrichte wachsen, bis die offenen Wasserflächen verschwunden sind.
Wiesenvogel-Lebensräume: Der Bruterfolg der Vögel wird gering bleiben, die Zahl der Paare, die sich noch fortpflanzen können wird immer geringer und der Bestand immer kleiner werden, insbesondere wenn es zu einer weiteren Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung kommt.
Fischerei: Der Fischbestand bleibt auf Besatzmaßnahmen angewiesen, mit zunehmender Verlandung und kleiner werdender Wasserfläche wird der Ertrag immer geringer werden.
Wassersport: Mit der fortschreitenden Verlandung wird der Wassersport auf dem Großen Meer zunehmend unattraktiver bis er schließlich wegen fehlender Wasserflächen nicht mehr möglich ist.
Tourismus: Bei den wichtigsten Standortfaktoren für den Tourismus am Großen Meer kommt es zu einer erheblichen Verschlechterung: Anhaltend hohe Nährstoffeinträge wirken sich zunehmend negativ auf die Wasserqualität aus und können letztlich auch zu Badeverboten führen, mit zunehmender Verlandung werden die Möglichkeiten für den Wassersport auf dem Großen Meer immer geringer und mit dem Verschwinden weiterer Arten sinkt die Attraktivität der Landschaft.

Auch wenn man vielleicht bereit ist, kleinere Nachteile und Einbußen hinzunehmen, kann eine solche Entwicklung nicht akzeptiert werden. Denn

  • dem Fremdenverkehr, dem neben der Landwirtschaft wichtigsten Wirtschaftszweig der Region Großes Meer, würde langfristig eine wesentliche Basis genommen.
  • die Entwicklung liefe außerdem den Schutz- und Erhaltungszielen der Natura-2000-Gebiete entgegen, denn die besonderen Werte und Funktionen der Region für Pflanzen, Tiere und Lebensräume des europäischen ökologischen Netzes gingen langfristig verloren.

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