Überflutungspolder Siersmeer und Herrenmeeder Meer

Siersmeer und Herrenmeeder Meer

sind verlandete Meere.
liegen südlich des Großen Meeres und des Woldenwegs,
westlich der Westerender Ehe und
östlich des Grootlandwegs                    [siehe Karte].
werden durch den Herrenmeedeweg von einander getrennt.
sind Teil des Naturschutzgebiets "Südteil Großes Meer" sowie
des FFH-Gebiets "Großes Meer, Loppersumer Meer"
und haben eine entsprechend hohe Bedeutung für Pflanzen und Tiere.
werden überwiegend in unterschiedlicher Intensität als Grünland genutzt, hinzu kommen eine Aufforstungsfläche im Bereich Herrenmeeder Meer und Weidengebüsche im Bereich Siersmeer.
werden entwässert durch den Siersmeerschloot, der mit einem Düker die Westerender Ehe unterquert und zum Unterschöpfwerk Forlitz-Blaukirchen führt.
sind Bestandteil eines Sondergebietes des Unterschöpfwerksgebietes Forlitz-Blaukirchen. Aus Naturschutzgründen sind die Soll-Wasserstände im Sondergebiet höher und entsprechen denen des Großen Meeres, was durch ein Wehr vor dem Düker erreicht wird.
weisen in den zentralen Bereichen beiderseits des Siersmeerschloots sehr niedrig liegende Flächen auf,
die im Siersmeer bis an den Woldenweg reichen.

Entwicklungsziele

Der Bereich Siersmeer und Herrenmeeder Meer soll im Winter nicht nur weniger stark entwässert werden als bisher sondern auch als Überflutungspolder genutzt werden. Auf diese Weise

  • werden Niederungsbereiche überschwemmt, die sich als Laichgebiete für bestimmte Fischarten wie den Hecht eignen. Dazu muss der höhere Wasserstand aber gehalten werden, bis sich die Fischbrut entwickelt hat.
  • wird die Verbuschung des Grünlandes und eine entsprechende Beeinträchtigung der Funktion für Wiesen- und Rastvögel vermindert.
  • wird die Lebensraumfunktion für Pflanzen- und Tierarten der Feuchtgebiete gestärkt, insbesondere auch für Wiesenvögel wie die Uferschnepfe.
  • wird die natürliche Gewässerreinigungsfunktion von Feuchtgebieten zur Verminderung der Nährstoffbelastung des Wassers genutzt.
  • wird das zusätzliche Hochwasserspeichervolumen genutzt.

Die Überflutung der Flächen schränkt ihre landwirtschaftliche Nutzung so stark ein, dass sie nur realisierbar ist, wenn die Flächen vollständig in öffentliches Eigentum gebracht werden können.

Geplante Maßnahmen

Das Gebiet der beiden Meere soll vollständig in öffentliches Eigentum überführt und vom Unterschöpfwerksgebiet abgetrennt werden. Dazu wird der Siersmeerschloot vor dem Düker verfüllt und statt dessen an die Westerender Ehe angeschlossen. Vor der Einmündung wird eine regelbare Stauanlage eingebaut, so dass die Wasserstände unabhängig von der Westerender Ehe reguliert werden kann:

  • Im Winter kann bis zu einem Hochwasserereignis der höhere Sommerwasserstand gehalten werden.
  • Bei einem winterlichen Hochwasserfall kann dieses durch Einlegen zusätzlicher Staubretter zurückgehalten werden, während der Wasserstand im übrigen Gebiet wieder abgesenkt wird.
  • Im Sommer werden die Staubretter herausgenommen und den Fischen der Weg in die Westerender Ehe und das Große Meer ermöglicht.

Genaue Stauziele müssen noch festgelegt werden. Außerdem ist ein angepasstes Nutzungs- und Pflegekonzept erforderlich, um die Grünlandflächen als Lebensraum insbesondere auch für Wiesen- und Rastvögel zu erhalten und zu stärken. Die Entwicklung dieses Nutzungskonzeptes gehört zu den Aufgaben des Arbeitskreises Landmanagement.

Keine Beeinträchtigung angrenzender Flächen

Um angrenzende Flächen vor Vernässung zu schützen, sind randlich flache Wälle vorgesehen. Nur südlich der Meere ist keine zusätzliche Verwallung erforderlich, da das Gelände dort stark ansteigt.

Zum Einzugsgebiet des Siersmeerschloots gehören aber nicht nur die beiden Meere, sondern auch Flächen nördlich und westlich des Siersmeers, die entsprechend mit vernässt würden. Das ist jedoch nur dann akzeptabel, wenn diese Flächen ebenfalls in öffentliches Eigentum überführt werden können. Außerdem sind die Flächen im nördlichen Herrenmeeder Meer sehr hofnah und gegenwärtig ist noch nicht geklärt, ob sie für den Überflutungspolder genutzt werden können.

Gelingt es nicht, die genannten Flächen in öffentliches Eigentum zu überführen, dann wird die unveränderte Entwässerung dieser Flächen durch geeignete Maßnahmen sichergestellt, die noch im Einzelnen festgelegt werden müssen.

Finanzierung und Umsetzung

Geplant ist, die Überflutungspolder als Teil des Life-Projektes "Wiesenvögel" des Landes Niedersachsen zu realisieren.

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