Der Leitdamm wird verstärkt

Der Leitdamm zwischen Wiegboldsburer Riede und Großem Meer ist Teil der randlichen Verwallung, die bei einem winterlichen Hochwasser das Wasser im Großen Meer zurückhalten soll, während die umliegenden Flächen wie gewohnt entwässert werden.

Ursprünglich war vorgesehen, den Leitdamm im Wesentlichen so zu belassen wie er ist. Es sollten lediglich zwei Böschungsrutschungen mit tragfähigem Boden verfüllt werden.

Diese Planung wurde 2010 geändert. Während die Ufer des Großen Meeres überwiegend mehr oder weniger breite Röhrichtzonen aufweisen, sind entlang des Leitdammes nur in kurzen Abschnitten solche Uferröhrichte vorhanden. Er ist daher überwiegend ungeschützt dem stetigen Wellenschlag ausgesetzt. Zwar hat man die scharliegenden Ufer des Leitdamms in der Vergangenheit schon mal befestigt. Diese Befestigung zeigt jetzt aber deutliche Schäden. Zusätzliche Maßnahmen sollen daher seine Standsicherheit dauerhaft sichern und ihn vor Uferabbrüchen schützen. Zugleich sollen in den scharliegenden Bereichen Röhrichtzonen entwickelt werden.

zum LGLN

Die Planung des NLWKN Aurich sieht vor...

den Böschungsfuß in drei Abschnitten von zusammen 410 m Länge zu sichern. Dazu wird in einigem Abstand vor der bestehenden Uferlinie ein Verbau aus einer doppelten Pfahlreihe mit einer innenliegenden Faschine (Kokoswalze) errichtet. Dieser Verbau wird eine Höhe von NN -1,10 m haben. Der Bereich zwischen der Pfahlreihe und dem alten Böschungsfuß des Leitdammes wird bis auf NN -1,40 m mit Boden aufgefüllt, also bis auf Höhe des normalen Winterwasserstandes. Auf den so entstehenden Flächen sollen - wie in einer natürlichen Verlandungszone - Röhrichte entstehen.

Die Holzpfähle schützen mit ihrer wellenbrechenden Wirkung den aufgeschütteten Boden und die Böschung des Leitdammes. Sie werden voraussichtlich nach etwa fünf bis zehn Jahren verwittern. Dann ist der aufgeschüttete Boden verfestigt, bewachsen und übernimmt den Schutz der Dammböschung vor Wellschlag bei Hochwasser und Stürmen.

Und woher kommt der ganze Boden?

Der Boden für die Auffüllung wird aus der randlichen Verwallung entlang des Marscher Tiefs gewonnen. Zwischen dem Tief und dem Großen Meer ist in der Vergangenheit aus der Unterhaltung des Randkanals ein Wall entstanden, der deutlich höher ist als erforderlich. Durch zukünftige Unterhaltungsmaßnahmen würde der Wall weiter wachsen, Röhrichte verdrängen und den Aufwuchs von hier unerwünschten Gehölzen fördern. Daher ist es sinnvoll, diesen Wall bis auf die für die Verwallung rund um das Große Meer erforderliche Mindesthöhe von NN -0,70 m abzutragen. Der dabei anfallende Boden wird für die Sicherung des Leitdammes und auch für die Abtrennung des Marscher Tiefs in Höhe der Süderriede verwendet.

Mit der Maßnahme wurde bereits begonnen

Im Winter 2011/2012 wurde bereits mit dem Bau der doppelten Pfahlreihe begonnen. Während der Brutzeit haben die Maßnahmen jedoch geruht. Erst danach wurden die Bauarbeiten fortgesetzt. So weit wie möglich wurde vom Wasser aus gearbeitet, damit der Weg auf dem Leitdamm von Spaziergängern und Radfahrern genutzt werden konnte. Die Maßnahme wird noch 2012 fertig gestellt.

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