Kulturlandschaft mit hoher ökologischer Bedeutung

Die Region Großes Meer ist eine seit Jahrhunderten vom Menschen genutzte und veränderte Kulturlandschaft. Dennoch und zum Teil auch gerade deswegen hat sie eine hohe Bedeutung als Lebensraum für verschiedene Pflanzen- und Tierarten, was zu ihrer Meldung für das europäische Netz "Natura 2000" und zur Ausweisung von nationalen Schutzgebieten geführt hat.    [Karte der Schutzgebiete]

Natura 2000

ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten, das auf zwei europäischen Richtlinien basiert: der FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) über die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen und der EU-Vogelschutz-Richtlinie über die Erhaltung wild lebender Vogelarten. In der Region Großes Meer gibt es drei Schutzgebiete, die nach diesen Richtlinien für das Netz Natura 2000 gemeldet sind:

  • Das EU-Vogelschutzgebiet "Ostfriesische Meere"
    ist von besonderer Bedeutung als Brutgebiet für Wiesenvögel und Arten ausgedehnter Röhrichte sowie als Rastgebiet für nordische Gänse und Limikolen (Watvögel). Es ist rund 5.920 ha groß und erstreckt sich zwischen Emden, Aurich, Ems-Jade-Kanal und Bundesstraße B 210 sowie auf einer kleineren Teilfläche beiderseits des Abelitz-Moordorf-Kanals nördlich der Bundesstraße.
  • Das FFH-Gebiet "Großes Meer, Loppersumer Meer"
    hat eine hohe ökologische Bedeutung aufgrund der besonderen Lebensraumfunktion der natürlichen Flachwasserseen, mit den breiten Verlandungssümpfen und dem angrenzendem Feuchtgrünland. Es ist außerdem Kernbereich des Vogelschutzgebietes und ein bedeutender Jagdlebensraum der Teichfledermaus. Das Gebiet ist ca. 890 ha groß und umfasst das Große Meer, das Loppersumer Meer, die verlandeten Meere Siersmeer, Herrenmeeder und Burhaver Meer einschließlich angrenzender Grünlandflächen und verbindender Korridore.
  • Das FFH-Gebiet "Teichfledermaus-Gewässer im Raum Aurich"
    umfasst bei einer Gesamtfläche von rund 58 ha verschiedene Fließ- und Stillgewässer im Jagdrevier der Teichfledermäuse zweier bedeutender Quartiere in Westerende-Kirchloog. In räumlicher Nähe zum Großen Meer liegen nur einige Teilflächen dieses Gebietes, insbesondere die Westerender Ehe sowie verschiedene Kleingewässer im Bereich Ems-Jade-Kanal, Westerender Ehe und Wiegboldsbur.

Natur- und Landschaftsschutzgebiete

sind nach dem nationalen Naturschutzrecht, also dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und dem Niedersächsisches Naturschutzgesetz (NNatG), geschützt. In der Region Großes Meer sind dies vier Gebiete:

  • Das Naturschutzgebiet (NSG) "Südteil Großes Meer"
    umfasst den Südteil des Großen Meeres und die südlich davon liegenden verlandeten Meere Siersmeer und Herrenmeeder Meer sowie angrenzende Grünlandflächen und ist 495 ha groß. Es dient der Erhaltung der Pflanzen-, Vogel- und übrigen Tierwelt des Flachwassersees mit seinen ausgedehnten Verlandungszonen und Schwimmblattgesellschaften, der Erhaltung der von Röhrichten, Großseggen, Feuchtgrünland und Erlengebüschen geprägten Flächen und Lebensräume sowie der Erhaltung der Wasser- und Nährstoffverhältnisse und der Oberflächengestalt des Bodens.
  • Das Naturschutzgebiet "Loppersumer Meer"
    ist rund 54 ha groß, umfasst das Loppersumer Meer mit seinen angrenzenden Röhrichten, dient der Sicherung und Entwicklung des Stillgewässers einschließlich der Ufervegetation und soll entsprechenden Tierarten Lebensraum und Zufluchtstätten bieten.
  • Das Naturschutzgebiet "Groen Breike"
    ist ca. 55 ha groß und liegt östlich des Großen Meeres im Bereich der Gewässer Breike und Groen Breike, wo sich in einer natürlichen Senke aus einem weiteren verlandeten See ein Niederungsmoor entwickelt hat, mit typischen Kleinseggensümpfen, Röhrichten und Grünland. Es dient der Beibehaltung der hohen Wasserstände und der extensiven Nutzung um dieses Rückzugsgebiet seltener und bedrohten Arten zu erhalten und zu entwickeln.
  • Das Landschaftsschutzgebiet (LSG) "Großes Meer und Umgebung"
    umfasst eine Fläche von rund 3.000 ha zwischen Emden und Aurich vom Ems-Jade-Kanal bis an die Bundesstraße B 210. Hier soll die Natur vor Schäden bewahrt und das Landschaftsbild erhalten werden.

Neben diesen größeren Schutzgebieten gibt es in der Region Großes Meer mehrere kleinere, nach dem Naturschutzgesetz besonders geschützte Feuchtbiotope. Vorwiegend handelt es sich um Röhrichte und Nasswiesen. Sie liegen unter anderem im Bereich Burhaver Meer, entlang von Marscher und Knockster Tief und am westlichen Rand des NSG Südteil Großes Meer, kleinflächig aber auch im Bereich des touristischen Zentrums nordöstlich des Großen Meeres.

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