Problem Verschlammung

Die Verschlammung wurde lange Zeit als eines der größten Probleme des Großen Meeres angesehen, sie ist aber eher ein Problem der Randkanäle. Tatsächlich ist der Seegrund großenteils frei von Schlammablagerungen, denn der Wasserkörper des Großen Meeres ist aufgrund der geringen Tiefe und der häufigen Winde das ganze Jahr durchmischt, dabei wird der Schlamm ständig aufgewirbelt bzw. im Wasser gehalten - diese so genannte Treibmudde ist eine Ursache für die Trübung des Wassers.

Stärkere Schlammablagerungen treten nur in strömungsärmeren Bereichen auf: in den Randkanälen, insbesondere auch am Übergang zum Großen Meer, in windgeschützten Bereichen am Westufer, im Bereich südlich der so genannten "Liebesinseln" und in geschützten Buchten am Ostufer.

Die Randkanäle wirken als Schlammfallen und tragen so zu einer Minderung des Schlammeintrags ins Große Meer bei. In den Kanälen sind die Schlammablagerung allerdings für die Wasserwirtschaft problematisch, da zur Aufrechterhaltung eines ausreichenden Abflussquerschnittes eine regelmäßige Entschlammung der Gewässer erforderlich ist. Auch für den Bootsverkehr sind sie ein Problem, da sie zu einer Verringerung der Wassertiefe auf den Kanälen und im Bereich der Verbindungen zum Großen Meer führen.

Die Treibmudde im Großen Meer ist nährstoffarm da aufgrund der ständigen Durchmischung des Großen Meeres und der häufigen Umlagerung des Schlammes gute Voraussetzungen für die Mineralisation von Nährstoffen bestehen. Sie ist daher für die Gewässergüte des Großen Meeres nicht problematisch. Anders die Schlammablagerungen in den Randkanälen, sie sind nährstoffreicher, da dort keine so guten Mineralisierungsbedingungen gegeben sind.

Die Treibmudde trägt aber zur Trübung des Wassers bei, die einen Lichtmangel verursacht, der wiederum das Wachstum von Wasserpflanzen beeinträchtigt. Pflanzenbestände auf dem Grund des Sees - wie die früher vorhandenen Rasen von Armleuchteralgen - beruhigen die Strömung und fördern damit zumindest eine zeitweise Ablagerung des Schlammes auf dem Grund. Das heutige Fehlen entsprechender Pflanzenbestände fördert die Erosion am Gewässergrund und damit die Mobilisierung von Schlamm. Früher erfolgte mit der Überschwemmung der angrenzenden Niederungen auch ein Austrag von Schlamm, der heute fehlt.

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